Die erste Raumstation war die sowjetische Saljut 1 im Jahr 1971. Sie startete mit einer Proton-Rakete ins All. Saljut 1 war ursprünglich für eine Nutzungsdauer von 3 Monaten ausgelegt und sollte in dieser Zeit mehrere Besatzungen aufnehmen, die mit Sojus-Raumschiffen an die Raumstation ankoppeln sollten.
Die Raumstation wies eine Länge von etwa 13 Meter auf, ihre Masse betrug 18,9 Tonnen. Sie bestand aus mehreren Zylindern unterschiedlicher Größe und war mit Solarzellen ausgerüstet, die der Stromerzeugung dienten. Sie hatte Instrumente zur Observation der Erde an Bord sowie Ausrüstung zum Durchführen von Experimenten.
Mit der Mission Sojus 10 sollte wenige Tage später die erste Besatzung die Saljut 1 betreten. Das Andockmanöver misslang aber, da keine druckdichte Verbindung hergestellt werden konnte (zum Vorgang vergleiche Figur WSA).
So war es die Besatzung der Sojus 11, die die ersten 23 Tage an Bord einer Raumstation verbrachte und dort wissenschaftliche Experimente durchführte.
Als sich bei der Rückkehr zur Erde die Landekapsel von der Versorgungseinheit löste, schloss ein Ventil nicht richtig. Die Landekapsel verlor ihre Atmosphäre und die drei Kosmonauten, die ohne Raumanzüge in der Kapsel saßen, starben auf Grund der Dekompression.
Nach diesem Unfall wurden keine weiteren bemannten Flüge zu Saljut 1 durchgeführt. Nach etwa sechs Monaten wurde die Umlaufbahn abgesenkt und Sojus 11 trat nach einem gezielten Bremsmanöver in die Erdatmosphäre ein und verglühte.
Trotz der Tragik dieser Mission lieferte sie wertvolle Erkenntnisse zum Höhenverlust, zur Lageregelung und zum Treibstoffverbrauch der Raumstation.
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