Gammastrahlen sind so hoch energetisch, dass sie nicht mit aus der Optik bekannten Systemen zu einem Detektor gelenkt oder geleitet werden können. Daher verzichtet man meist ganz darauf und richtet Detektoren als ganzes auf den Bereich des Firmaments aus, der untersucht werden soll und wartet je nach Detektorart was passiert.
Als Detektoren für Gammaquanten werden oft passive Bauteile verwendet, die beim Auftreffen eines Gammaquants physikalisch mit diesem wechselwirken (z.B. DE 695 26 512 T2). Die möglichen Reaktionen in den Detektoren sind unter dem Namen photoelektrischer Effekt, Compton-Effekt oder Paarbildung bekannt. Lediglich beim photoelektrischen Effekt wird während des Aufpralls eines Gammaquants sein gesamter Energieinhalt auf einmal umgesetzt.
In der Figur MAS aus FR 2 902 527 A1 ist schematisch der Aufbau eines Sensors beschrieben, der sowohl die Energie als auch die Richtung einfallender Gammaquanten detektieren kann.
Hier kommen neben einer Lochmaske (10,12), durch die die Gammaquanten (16) in das Sensorinnere fallen, zwei parallel übereinander angeordnete den Compton-Effekt nützende Detektorschichten (6,8) zum Einsatz. In den Detektorschichten wird durch das Auftreffen der Gammaquanten jeweils ein elektrisches Signal erzeugt, das ausgelesen und anschließend zeitlich und örtlich ausgewertet werden kann.
Die satellitengestützten Detektoren setzen je nach Zielvorgabe auch Szintillationszähler (z.B. Compton-Observatorium [1991-2000]) oder Technologie ein, die prinzipiell von erdgebundenen Teilchenbeschleunigern her bekannt ist (z.B. Fermi Gamma-ray Space Telescope [Start 2008]).
Bei den häufig genutzten Szintillationszählern trifft ein Gammaquant auf einen Kristall, der als Folge des Zusammenstoßes und der dabei umgesetzten Energie Licht aussendet. Dieses Licht wird mit Fotovervielfachern in ein elektrisches Signal gewandelt, dessen Stärke ein Maß für die Energie des ursprünglichen Gammaquants darstellt und weiterverarbeitet werden kann. Ein Beispiel für einen Szintillationszähler ist etwa US 2008 0 230 862 A1 zu entnehmen (Figur SCI).
Eine bodengestützte Form der Gammastrahlungsdetektoren stellen die vor allem in den letzten Jahren aufgestellten Tscherenkow-Teleskope dar. Sie registrieren die in der hohen Atmosphäre erzeugten kegelförmigen und blitzlichtartig auftretenden Sekundärteilchenschauer, die durch den Zusammenstoß von Gammaquanten mit Luftteilchen entstehen.
Im Umkehrschluss kann aus den über den Sekundäreffekt gewonnenen Daten auf die physikalischen Parameter des Verursacherteilchens zurückgeschlossen werden. Beispiele für Tscherenkow-Teleskope sind das "High Energy Stereoscopic System" (H.E.S.S.) nahe des Gamsbergs in Namibia und das Major Atmospheric Gamma-Ray Imaging Cherenkov Telescope (MAGIC) auf La Palma.
| Patentnummer | Jahr | Titel |
|---|---|---|
| DE 695 26 512 T2 | 1995 | Strahlungsempfangssystem und Herstellungsverfahren |
| FR 2 902 527 A1 | 2006 | Dispositif de localisation tridimentionelle de sources de rayonnement |
| US 2008 0 230 862 A1 | 2007 | Method, Apparatus, Material, and System of Using a High Gain Avalanche Photodetector Transistor |
| Patentnummer | Jahr | Titel |
|---|---|---|
| US 3 714 431 A | 1970 | Solar flare warning device |
| WO 98 / 000 731 A1 | 1998 | Directional radiation detector and imager |
| US 6 528 795 B2 | 2001 | Compton scatter imaging instrument |
| US 7 323 688 B2 | 2004 | Nuclear imaging system using rotating scintillation bar detectors with slat collimation and method for imaging using the same |
| US 2007 0 235 656 A1 | 2007 | Gamma ray detector modules |
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