Die teils gigantischen geometrischen Dimensionen von Radioteleskopen stellen hohe Anforderungen an die Konstruktion, die verwendeten Materialien und ihre Verarbeitung.
Das Erscheinungsbild eines typischen Radioteleskops ist der Figur RAT aus DE 19 18 428 A zu entnehmen.
Es besteht im Wesentlichen aus einer schwenkbaren Halterung (5), die auf einem kegelförmigen Sockel sitzt (2) auf welcher wiederum der Spiegel (1) ruht. In dessen Brennpunkt ist eine Sensorik zur Detektion der Radiostrahlung angebracht. Wie riesig der Spiegel (1) ist, wird im Verhältnis zur Tür der Bedienungskabine (8) und der zu dieser hinaufführenden Leiter deutlich.
Der Spiegel (1) ist aus Kreisringsektoren aufgebaut und wird in Schalenbauweise mit Versteifungselementen zusammengesetzt. Um den Unbilden der Witterung zu trotzen, ist oftmals auch ein Rohrleitungssystem mit Austrittsöffnungen in den Spiegelaufbau integriert, durch welches nach Bedarf Kühlluft oder auch vereisungshemmende Mittel geleitet werden können.
Zuweilen ragen bovistförmige Kuppeln aus der Landschaft, die eine Radioantenne zum Schutz vor Umwelteinflüssen umschließen. Diese Hüllen verursachen eine Abschwächung der Empfangsleistung oder Verzerrung eingehender Signale, so dass diese "Radom" genannten Konstruktionen nur für Antennen eingesetzt werden können, die im Satellitennachrichtenverkehr als Bodenstation wirken. Für astronomische Radioteleskope, die geringste Signalstärken aufzeichnen müssen, sind sie nicht geeignet.
Bei der Gestaltung von Radioteleskopen werden viele Verfahren und Konstruktionen genutzt, die aus dem Bau optischer Spiegelteleskope bekannt sind. Als ein Beispiel kann die Sandwichbauweise von Reflektorsegmenten dienen, wobei hier wie dort viel Wert auf die Verwendung von sehr stabilen Materialien mit geringem Wärmeausdehnungskoeffizienten gelegt wird (z.B. DE 35 40 352 C2).
Ein anderes Beispiel sind etwa die individuellen Korrektursteuerungen für Spiegelsegmente (z.B. DE 102 38 588 B4). Spezifisch für die Konstruktion von Radioteleskopen sind jedoch die Stützelemente und Verstrebungen für große Spiegeldurchmesser wie sie die Figur VES aus US 3 153 789 A zeigt.
Strebenkonstruktionen werden häufig sowohl für den Unterstützungskörper des Spiegels und die Detektor-Halterung als auch die Schwenkvorrichtung verwendet. Im Gegensatz zur Konstruktion in Figur RAT ist hier sogar der gesamte Teleskopfuß mit Streben ausgeführt.
| Patentnummer | Jahr | Titel |
|---|---|---|
| US 3 153 789 A | 1957 | Large aperture steerable trunnionmounted paraboloidal antenna |
| DE 19 18 428 A | 1969 | Hohlspiegel |
| DE 35 40 352 C2 | 1985 | Sandwichbauteil |
| DE 102 38 588 B4 | 2002 | Spiegelflächenpräzisions-Meßeinrichtung und Spiegelflächensteuerungssystem einer Reflektorantenne |
| Patentnummer | Jahr | Titel |
|---|---|---|
| DE 20 09 139 A | 1970 | Anordnung der geräte- und Bedienungskabinen für ein Radioteleskop |
| DE 20 35 211 A | 1970 | Radioteleskop |
| DE 36 43 963 A1 | 1986 | Traggestell eines Reflektors |
| DE 693 34 032 T2 | 1993 | Parabolantennenstruktur |
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