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R.2. Raketentechnik

R.2.2.2.3. Ionenantrieb

a) Treibstoffproblem

In Ionentriebwerken wird ein Treibstoff benötigt, der bei eigener hoher Dichte, leicht verdampf- und ionisierbar sein soll. Normalerweise wird dieser nämlich zunächst in die Gasphase überführt und dann in in eine Reaktionskammer transportiert, in der seine Ionisation stattfindet. Ein idealer Treibstoff für diesen Antriebstyp wurde aber bisher noch nicht gefunden, denn es ist nicht einfach, alle physikalischen Anforderungen gleichzeitig zu erfüllen.

Es kommen sowohl Feststoffe als auch Gase zum Einsatz. Neben Rubidium, Quecksilber (wie in DE 31 02 070 A1) und Cäsium wird heute hauptsächlich Xenon verwendet, obwohl es als Edelgas mit hohem Molekulargewicht nur schwer ionisiert werden kann. Jedoch spart man sich bei diesem Treibstoff den Verdampfungsprozess und es ist einfach in Drucktanks zu lagern, was die Gesamtkosten für das Triebwerk verringert.

b) Wirkungsweise eines Ionentriebwerks

Funktionsskizze für ein Ionentriebwerk mit Xenon als Brennstoff und Detailzeichnung der Ionisationskammer mit Ionenaustrittsfenster.Bild vergrößert anzeigenFigur IOT: Ionentriebwerk (aus DE 199 48 229 C1).

Wie ein Ionentriebwerk funktioniert, kann Figur IOT aus DE 199 48 229 C1 entnommen werden. Wird bereits ein gasförmiger Treibstoff verwendet, entfällt eine Erhitzerstufe, die den Treibstoff zunächst in diesen Aggregatszustand versetzt. Dies ist in dieser Patentschrift der Fall.

Das Gas wird mittels einer Zufuhreinrichtung (20) über einen Gaseinlass (10) in ein Entladungsgefäß (2) transportiert, wo seine Ionisierung stattfinden soll. Für diesen Zweck wird das Gas beispielsweise mit Elektronen beschossen oder wie hier einem elektromagnetischen Wechselfeld ausgesetzt, das von einer Hochfrequenzspule (3) erzeugt wird.

Die so entstandenen Ionen werden anschließend mittels Beschleunigungsgittern (11), an denen ein elektrostatisches Feld liegt, in eine Auslassrichtung beschleunigt und erzeugen so nach dem Rückstoßprinzip den Schub des Triebwerks. Die abgetrennten Elektronen werden über einen Neutralisator dem Ionenstrom hinter dem Auslass wieder zugeführt.


Zitierte Patentdokumente
PatentnummerJahrTitel
DE 31 02 070 A1  1981  Mercury-vapour propulsion system 
DE 199 48 229 A1  1999  Hochfrequenz-Ionenquelle 

Ergänzungsdokumente
PatentnummerJahrTitel
DE 69 803 958 T2  1998  Elektrostatischer Antrieb, Raumfahrzeug und Verfahren zu dessen Antrieb 

© 2013 Deutsches Patent- und Markenamt | 22.02.2013