Bei Hybrid- und Feststoffantrieben übernehmen die Brennkammern die Funktion von Tanks für einen Teil oder alle Treibstoffe. Bei der Verwendung von Flüssigkeitstreibstoffen in chemischen Raketentriebwerken ist ein Treibstofffördersystem notwendig, über welches die Treibstoffe von den Treibstofftanks zum Verbrennungsort in der Brennkammer gelangen.
Ein erster Ansatz von Oberth, der Figur TF1 aus DE 558 012 A zu entnehmen ist, basierte auf der Kapillarwirkung. Es wurden für die Zuleitungen (d) des Brennstoffs (b) und des Oxidators ( c) zum Verbrennungsort (f) Vorrichtungen mit porösen Wänden (e) aus feuerfesten Materialien verwendet. Der Flüssigkeitstransport erfolgte über Kapillarkräfte in Kombination mit leichtem Überdruck (DE 558 012 A). Durch die individuelle Druckregulierung der beiden Treibstoffkomponenten konnte das gewünschte Mengenverhältnis eingestellt werden. Eine darauf aufbauende Weiterentwicklung verbesserte die Einspritzung der Treibstoffkomponenten in die Brennkammer durch Zerstäuberdüsen, die für eine optimale Durchmischung beider Komponenten am Verbrennungsort sorgten (DE 549 222 A, DE 633 667 A).
Heutzutage werden bei den Treibstofffördersystemen die Pumpenförderung und die Druckförderung unterschieden, während der Kapillarförderung nur geringe Bedeutung zukommt.
Bei der Druckförderung (Figur TF3 aus US 6 113 032 A) werden die Treibstoffe mit Überdruck (12) aus den jeweiligen Tanks (52, 54, 58), in denen sie gelagert sind, in die Brennkammer (Teil des Triebwerks (28)) eingespritzt. Die Tanks selbst müssen einen deutlich höheren Druck aushalten als die Brennkammer. Dies bedingt eine stabilere Bausweise mit dickeren Tankwandungen, wodurch das Leergewicht der Rakete zunimmt. Eingesetzt wird dieses Verfahren daher bei kleineren Antriebsstufen, wie etwa der Oberstufe von Delta-Raketen oder der Ariane 5.
Insbesondere bei großen Raketen und Triebwerken mit hohem Kammerdruck hat sich die Pumpenförderung durchgesetzt. Hierbei werden die Treibstoffe bei niedrigerem Druck gelagert, bevor sie mit Treibstoffpumpen zur Brennkammer befördert und in diese eingespritzt werden. Angetrieben werden die Treibstoffförderpumpen über Gasturbinen. Je nach Herkunft der Antriebsgase lassen sich drei Fälle unterschieden:
Nachteilig sind an der Pumpenförderung der Eigenenergiebedarf sowie der kompliziertere und damit störanfälligere Aufbau des Triebwerks. Dafür zeichnet sie sich durch eine leichtere Tankbauweise und eine genauere Regelbarkeit der Treibstoffmischungsverhältnisse aus.
| Patentnummer | Jahr | Titel |
|---|---|---|
| DE 558 012 A | 1929 | Verfahren und Vorrichtung zum Verbrennen von Brennstoffen, zum Beispiel für Raketen |
| DE 549 222 A | 1929 | Verfahren zur schnellen Verbrennung von Brennstoffen |
| DE 633 667 A | 1931 | Rückstoßmotor für flüssige Treibstoffe |
| US 2 949 007 A | 1955 | Rocket Engine Feed System |
| US 3 077 073 A | 1957 | Rocket Engine Having Fuel Driven Propellant Pumps |
| DE 1 950 407 C | 1969 | Treibstoffversorgungssystem für ein Raketentriebwerk |
| US 6 113 032 A | 1998 | Delivering Liquid Propellant in a Reusable Booster Stage |
| Patentnummer | Jahr | Titel |
|---|---|---|
| US 2 395 113 A | 1940 | Mechanism For Feeding Combustion Liquids To Rocket Apparatur |
| US 4 589 253 A | 1984 | Pre-Regenerated Staged-Combustion Rocket Engine |
| US 4 583 362 A | 1985 | Expander-Cycle, Turbine-Drive, Regenerative Rocket Engine |
© 2013 Deutsches Patent- und Markenamt | 22.02.2013