Die 1920er Jahre werden von der Technik des Flugverkehrs beherrscht. Meilensteine waren
Noch wenige Jahrzehnte zuvor war es vermessen zu glauben, dass ein Mensch jemals einem Vogel gleich durch die Luft fliegen könnte. Das Verlassen der Erde, also die Raumfahrt, diente lediglich als Stoff für fantasievolle, futuristische Romane wie beispielsweise von Jules Verne (1828 - 1905)
Die Errungenschaften der Flugzeugtechnik bildeten die Grundlage für neue Ziele im Verkehrswesen. So wurde aus dem Traum der Raumfahrt ein technisches Problem. Unbeeinflusst voneinander hatte man deren technische Umsetzung zunächst in verschiedenen Ländern bearbeitet. Zu den Pionieren zählen so unterschiedliche Persönlichkeiten wie der Russe Konstantin Eduardovich Ziolkowsky (1857 - 1935), der Franzose Robert Esnault-Pelterie (1881 - 1957), sowie der Amerikaner Robert Hutchings Goddard (1882 - 1945) und der in Hermannstadt geborene Hermann Oberth (1894 - 1989).
Das 1923 erschienene Buch "Die Rakete zu den Planetenräumen" des Physikers Hermann Oberth fasste seine bis dato erarbeiteten Grundlagen und Theorien zur Raumfahrt zusammen. Die damit verbundenen technischen Fragen wurden von ihm theoretisch für lösbar befunden (OBE23 , OBE29). Den praktischen Nutzen der Raumfahrt sah er in verschiedenen Bereichen. Dazu zählen die Erforschung der Erdoberfläche, beispielsweise im Hinblick auf Naturerscheinungen, der Kartographie, Wetterprognosen, aber auch der militärischen Nutzung sowie astronomischer Observationen des Weltalls.
In der Astronomie erhoffte man sich durch eine Änderung des Beobachtungsstandorts Erleichterungen bei Observationen, die auf der Erde nur bei totaler Sonnenfinsternis durchführbar sind, die Vermeidung von Störungen und Messfehlern, die durch die Erdatmosphäre verursacht werden und eine geringere Entfernung zum anvisierten Himmelskörper.
Bereits in Veröffentlichungen (OBE23,OBE29,NOO29,HOH25,GAI28,SAE33) der 1920er und 1930er Jahre durchdachte man die Probleme, die während verschiedener Phasen eines bemannten Raumflugs auftreten:
Es wurden aber beispielsweise auch Überlegungen hinsichtlich der Energieversorgung der Raumstation, der Ausgestaltung von Messeinrichtungen oder dem Einfluss der auf den Menschen wirkenden Umgebungsbedingungen innerhalb und außerhalb des Raumfahrzeugs angestellt.
Den ersten Start einer Flüssigkeitsrakete führte Goddard bereits im Jahre 1926 durch (Figur GE2). In Deutschland litt zu dieser Zeit die praktische Umsetzung der erarbeiteten theoretischen Grundlagen an fehlenden finanziellen Mittel, bedingt durch die wirtschaftliche und politische Nachkriegssituation.
In den 1930er Jahren änderte sich in Deutschland die Zielsetzung in der Raketentechnik. Sie wurde aus politischen Gründen für militärische Zwecke genutzt. Die erreichbare Höhe zum Verlassen der Erdatmosphäre verlor an Bedeutung gegenüber der erzielbaren Weite.
Die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg begründete die Führungsrolle der UdSSR einerseits und der USA andererseits als Entwicklungszentren der Raketentechnik. Der Rüstungswettlauf zwischen Ost und West bestimmte die Zielsetzung und so standen Entwicklungen auf dem Gebiet von Interkontinentalraketen und Raketenabwehrtechnik im Vordergrund.
Erst das internationale geophysikalische Jahr 1958/59 sah die Raketentechnik wieder im Dienste der Wissenschaft. Ziel war es Grundlagenforschung zu betreiben und den angrenzenden Weltraum zu erforschen. Die Resultate sind bekannt (VBR53):
| Jahr | Ereignis | Stichwort |
|---|---|---|
| Oktober 1957 | Erster Satellit in der Erdumlaufbahn | Sputnik |
| März 1959 | Erste Raumsonde, die Schwerefeld der Erde verlässt | Pioneer 4 |
| April 1961 | Der erste Mensch umkreist die Erde | J. Gagarin |
| Oktober 1964 | Erstes dreisitziges Raumschiff auf einer Erdumlaufbahn | Voshkod 1 |
| Juli 1969 | Der erste Mensch auf dem Mond | Apollo |
| April 1971 | Erste bemannte Raumstation | Saljut 1 |
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